Schon auf Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) geht die Feststellung zurück, alle außergewöhnlichen Menschen in Poesie, Politik, Philosophie und Kunst seien Melancholiker. Doch eine erste Beschäftigung mit diesem Gemütszustand findet sich bereits im "Corpus Hippocraticum" (414 v. Chr.), und zwar in der Lehre von den vier Körpersäften, der zufolge die Melancholie, ein Zustand, "der sich in Angst, Traurigkeit und Irrungen des Geistes bemerkbar mache", auf ein Übermaß an schwarzer Galle zurückgeführt wird. Spätere Anhänger und Lehrer der hippokratischen Medizin, aus deren Umkreis ein Werk mit dem Titel "Von der heiligen Krankheit" (2. Jh. n. Chr.) hervorging, stellten dann erstmals die sich später als so folgenreich erweisende innere Verbindung von Melancholie, Wahnsinn und Epilepsie her.
Denn mehr als ein Jahrtausend danach sollte dieses, von den antiken Hippokratikern geprägte Bild von der Melancholie konstitutiv für das Verständnis der europäischen Neuzeit vom Künstler und für den Genie-Begriff werden, der in der Renaissance entstand. Hierbei bildete sich die Vorstellung heraus, dass der Planet Saturn der Urheber und Bringer der schöpferischen Melancholie sei.
Marsilio Ficino, die bedeutendste unter den gewiss nicht wenigen philosophischen Lichtgestalten der Florentiner Renaissance (1433 - 1499), schreibt in seinem Werk "De vita triplice", vom Saturn komme Genialität und Wahnsinn, aber auch Verdüsterung und Verbrechen. Saturnier seien entweder göttliche oder tierische, glückselige oder vom tiefsten Elend niedergebeugte Kreaturen. Merkmal aller saturnischen Melancholiker sei der "göttliche Wahnsinn", wie ihn Platon bereits in seinem Dialog "Ion" als den Ursprung und die Quelle aller Poesie und aller schöpferischen Fähigkeiten beschrieben habe.
Die Liste der großen Melancholiker ist unendlich lang. Sie reicht vom griechischen Philosophen Heraklit über die Geistesheroen und Genies der Renaissance bis zu Goya, Piranesi, Baudelaire, Schopenhauer, van Gogh, Eduard Munch, Nietzsche, de Chirico und Camus.
| Beginn: | Mittwoch, 21. April 2010 |
| Ende: | 21. April 2010 |
| Uhrzeit: | von 19:00 Uhr bis 21:45 Uhr |
| Dauer: | 1 Termin |
| Leitung | Leo Maria Giani M. A. |
| Nummer: | 1102 |
| Ort: | Starnberg,Bahnhofplatz 14 |
| Raum: | Starnberg, VHS II. OG, Raum 23 |
| Gebühr: | 8,00 € Voranmeldung, 10,- € Abendkasse |
| Kurs | Beginn | Kursnr.![]() | |
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"Kunst und Philosophie - Philosophie der Kunst" - Vortrag | Mi | 13.06.12 | 1102 |


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