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Ausstellung über den Karikaturisten Jecheskiel David Kirszenbaum


Ausstellung im Foyer der Kreissparkasse Starnberg bis 29.11.22, Eintritt frei

Die Nationalsozialisten haben alles getan, um die Erinnerung an Kirszenbaum und an hunderte andere jüdische Künstler*innen auszulöschen - es wäre ihnen beinahe gelungen. Die Ausstellung erinnert an ihn und sein Werk.

Was als kleine Idee begann, hat sich zu einer Ausstellung in deutschlandweit rund 30 Volkshochschulen, im Maison Heinrich Heine in Paris und im Willy-Brandt-Center in Jerusalem entwickelt.
Erstmals werden Drucke der Karikaturen des fast vergessenen polnisch-französischen Bauhausschülers Jecheskiel David Kirszenbaum in ihren kultur- und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen gezeigt. Kirszenbaums Karikaturen sind aktuell wie eh und je. 

Die von einem Neffen Kirszenbaums, dem Goethe-Institut und der VHS Weimar konzipierte Ausstellung kann bis 29.11.2022 im Foyer der Kreissparkasse in Starnberg besucht werden.

Der Lebensweg und die Kunst des Malers und Zeichners Jesekiel David Kirszenbaums sind gekennzeichnet von großen kulturellen Brüchen und schweren Schicksalsschlägen. 1900 als Jude im russisch besetzten Polen geboren, geht er 1920 ins Deutsche Reich und beginnt nach drei jähriger Bergmannsarbeit 1923 ein Studium am berühmten Bauhaus in Weimar. Ab 1926 erlebt Kirszenbaum zunächst die sog. ›Goldenen Zwanziger‹ in Berlin und anschließend den Niedergang der Weimarer Republik und den Beginn der Naziherrschaft im Deutschen Reich - diesen Wandel in Gesellschaft, Politik und Kultur begleitet er als Karikaturist unter dem Pseudonym ›Duwdiwani‹. 1933 flüchtet er nach Paris, wird dort anerkanntes Mitglied der Kunstszene und überlebt den Einmarsch der Deutschen im Jahr 1940 nur durch die Flucht aus einem Arbeitslager. Nach dem Krieg gelingt Kirszenbaum in Paris und in Brasilien ein künstlerischer Neuanfang, bevor er im Sommer 1954 an einer Krebserkrankung stirbt.

Die Verfolgung der Juden und die Verfemung jüdischer und anderer missliebiger Künstlerinnen und Künstler im Dritten Reich hat dazu geführt, dass Kirszenbaum - malerisch angesiedelt irgendwo zwischen Impressionismus, Expressionismus, Kubismus und russisch-jüdischer Volkskunst - heute nur noch den Wenigsten ein Begriff ist, obwohl er zu den hoffnungsvollen jungen Künstlern der europäischen Avantgarde gehörte.

Die Kurzbiografie des Künstlers, eine Bildergalerie seiner Karikaturen, Filme und Podcasts (auch in englischer Sprache) sowie eine Führung durch die Ausstellung zum Hören finden Sie hier: https://kirszenbaum.vhs-weimar.de/.

Unter https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/ausstellung-juedischer-kuenstler-starnberg-1.5693547 gibt es einen ausführlichen Artikel der Süddeutschen Zeitung über die Ausstellung.

 

Fotos: Patricia Rex


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Portrait Jecheskiel David Kirszenbaum, © VG Bild-Kunst, Bonn Bildnachweis: Bauhaus-Archiv Berlin

Dozent Stefan Müller und vhs-Leiterin Christine Loibl mit dem Ausstellugsplakat.

Ausstellungsstafeln zum Wirken Kirszenbaums in den Zwanzigerjahren.

Der Kunsthistoriker und Studium generale-Dozent Stefan Müller gibt bei der Eröffnung am 8. November 22 eine Einführung in die Ausstellung.

Besucher der Ausstellung im Foyer der Kreissparkasse in Starnberg.