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Mit Mikrofon am Starnberger See

Erstellt von Katholische Stiftungshochschule München (KSH), Campus Benediktbeuern | | PressemitteilungFilmHörpfade

Bericht der Katholischen Stiftungshochschule München über die Entstehung eines inklusiven Hörpfades in Starnberg

Am 26. Oktober machten sich vier Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnheims Prinzenweg der Lebenshilfe Starnberg und vier Studierende des Studienschwerpunktes „Soziale Arbeit“ aus Benediktbeuern mit Aufnahmegeräten auf den Weg durch Starnberg, um dort im Rahmen des inklusiven Projekts „Offene Medienwerkstatt meets Hörpfad“ Aufnahmen zu machen.

Die bei diesem Projekt entstandenen Hörpfade finden Sie über diesen Link auf der Hörpfade-Seite der Volkshochschule Starnberger See!

Seit 2017 entsteht an der Volkshochschule Starnberger See ein Audioguide von Bürgerinnen und Bürgern. Das Kooperationsprojekt der Katholischen Stiftungshochschule mit der Volkshochschule Starnberger See und der Stiftung Zuhören des Bayerischen Rundfunks, sowie dem Bayerischen Volkshochschulverband ist Teil der sogenannten „Hörpfade“, bei denen es in Bayern bereits rund 250 kurze Beiträge ganz unterschiedlicher Machart zu verschiedenen Themen auf der „Klingenden Landkarte“ im Netz zu hören gibt. Die Idee dabei ist, dass Bürgerinnen und Bürger Geschichten aus ihrem Ort vertonen, und dafür recherchieren, Umfragen und Interviews machen, Geräusche aufnehmen und alles zu kleinen Hörstücken zusammenfügen. Am 26. Oktober sollten erstmals auch Menschen mit Behinderung daran mitwirken. 

Starnberg, 26. Oktober – Der Aufnahmetag
Bei herrlichstem Sonnenschein begrüßten die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnheims Prinzenweg, einer Einrichtung der Lebenshilfe Starnberg, Studierende der Sozialen Arbeit aus Benediktbeuern auf ihrem Balkon mit Blick auf den See. Zum Glück hatte sich der Morgennebel gelichtet, so dass die Aussicht besonders gut zur Geltung kommen konnte. „Wie kommt das Wasser in den See?“ fragte sich schon seit einigen Tagen der 27-jährige Keneth, der hier lebt, und stellte diese Frage auch den Besuchern. Genau solchen Fragen wollten die acht jungen Menschen mit und ohne Behinderung an diesem Tag gemeinsam nachgehen. Dass auch Menschen mit Behinderung dabei zu regelrechten Radioreportern werden, ist ein Novum, und auch für die Studierenden, die im Rahmen der „Offenen Medienwerkstatt“ bei Prof. Annette Eberle mit Wissen über Inklusion und medien-pädagogischem Know-how für die Begleitung der Wohnheimbewohner ausgestattet wurden, war das Projekt Neuland. 
Umso gespannter waren die beiden Referenten Sebastian Zarusky und Dr. Alexandra Hessler, wie der Tag verlaufen würde. Der Auftakt im Wohnheim und die anschließende Einführung in das Projekt in „Leichter Sprache“ verliefen vielversprechend und schnell fanden sich die Tandems aus jeweils einem Wohnheimbewohner und einem Studierenden zusammen, die nach einer kurzen Tech-nikprobe auch schon an das Seeufer starteten.

Dort erlebten die Teams, wie schwierig es ist, Menschen zu bewegen, für eine kleine Umfrage in ein Mikrofon zu sprechen, oder interessante Geräusche einzufangen. „Behinderung“ erlebten die Teams dabei eher durch die Technik oder die laute Umgebung, und weniger dadurch, dass etwa Kevin in seiner ganz eigenen Sprache spricht oder Dominik gerne an die Hand genommen wird, wenn es durch eine Unterführung geht. Für Alina und Antonia bestand das größte Handicap darin, dass sie für ihr Hörstück über die Schifffahrt am See eigentlich gerne einen tutenden Dampfer auf-genommen hätten, die Kapitäne aber nur bei Gefahr oder beim Rückwärtsfahren die Hupe betätigen dürfen – laut Auskunft des Betriebsleiters Markus Färber, den die beiden jungen Frauen kurzerhand zu einem Interview überredet hatten.

Am Nachmittag versammelten sich alle Teilnehmenden erschöpft, aber zufrieden auf einer kleinen Mauer am Ufer, und erzählten sich gegenseitig von ihren Erlebnissen: wie Kevin mit Lisa einen rhythmischen Sprech-Gesang zum See aufgenommen hat, wie Keneth und Pia herausgefunden haben, dass der Starnberger See früher einmal Würmsee genannt wurde, welche Geräusche Do-minik und Oli auf dem Weg zu Dominiks Lieblingscafé gefunden haben – und wie der Dampfer für Alina und Antonia doch noch die Hupe ertönen ließ: eigentlich hätte er vorwärts vom Steg losfahren können, aber der Kapitän wendete extra für die beiden noch einmal, so dass er hupend und mit an der Reling stehenden und der Gruppe winkenden Passagieren zurück stoßen musste. Und auch die Hörpfad-Gruppe jubelte und winkte vom Ufer aus zurück.

Das nächste Treffen ist in Benediktbeuern für die Endbearbeitung der Hörstücke geplant, so dass sie auf der „Klingenden Landkarte“ unter www.klingende-landkarte.de veröffentlicht werden können. Darauf freuen sich Starnberger und Benediktbeurer gleichermaßen – denn um „Menschen mit und ohne Behinderung“ geht es nach diesem Tag bei dieser Gruppe schon längst nicht mehr. 


Katholische Stiftungshochschule München

Die Katholische Stiftungshochschule München ist eine national und international hoch angesehene Hochschule für Sozial-, Pflege- und pädagogische Berufe in kirchlicher Trägerschaft. Sie bietet ihren etwa 2400 Studentinnen und Studenten an den beiden Standorten Benediktbeuern und München eine intensive und professionelle Betreuung. Neben den Bachelorstudiengängen Soziale Arbeit, Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflege dual, Bildung & Erziehung im Kindesalter und Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit (auch im Doppelstudium mit der Sozialen Arbeit) bietet die KSH auch Masterstudiengänge und vielfältige Fortbildungsveranstaltungen an. Ein wissenschaftliches und zugleich praxisorientiertes Studium sowie das christliche Menschenbild begründen den besonderen Auftrag der Hochschule.

Ansprechpartner:

Bei Rückfragen können Sie sich gerne an folgenden Pressekontakt wenden: 
Für die Katholische Stiftungshochschule München, Campus Benediktbeuern
Dr. Alexandra Hessler
Mail: alexandra.hessler.ext@ksh-m.de
Telefon: +49 157 85 83 29 87

 

Fotos: Alexandra Hessler


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Trailer zum Hörpfad „Starnberg integrativ“ 2019. (Produktion: Oliver Adam)

Gruppenbild im Wohnheim

Gruppenbild im Wohnheim.

Teilnehmer des Projekts stehen auf dem Balkon der Volkshochschule und interviewen sich gegenseitig.

Üben mit Aufnahmegeräten auf der Terrasse der vhs.

Kenneth und Pia auf der Terrasse der vhs Starnberger See

Kenneth und Pia.

Kenneth und Pia auf der Promenade

Kenneth und Pia auf der Promenade.

Der Dampfer legt vom Steg ab und hupt.

Der Dampfer legt vom Steg ab und hupt.

Teilnehmer des Projektes führen auf der Starnberger Promenade Interviews.

Tonaufnahmen auf der Promenade.

Kevin

Raper Kevin.

Kevin und Lisa mischen den Sound.

Kevin und Lisa mischen den Sound.

Alina und Antonia

Alina und Antonia.